Feuer und Flamme

So, jetzt muss ich doch mal wieder den Oberlehrer geben. Wahrscheinlich haben Sie, liebe Leser, ja auch seit vergangenem Sonntag wieder dieses kerzenbewehrte Korniferengeflecht auf dem Tisch stehen und die zylinderförmigen Wachskörper entzündet. Meist Adventskranz genannt. Aber seien Sie bloß vorsichtig damit! „Leichtsinn und Unachtsamkeit sind insbesondere in der Adventszeit oftmals Auslöser von Wohnungsbränden durch Kerzen, Adventskränze, Tischgestecke oder Weihnachtsbäume“, warnt uns der Landesbranddirektor Harald Uschek aus dem Innenministerium. So ein Teufelszeug, wäre man ja fast geneigt erschrocken auszurufen! Aber dieser Ausdruck verbietet sich anlässlich der nahenden Ankunft des Gottessohnes selbstverständlich. Weiterlesen

Die kleine CDU

Was ist denn nur mit der CDU los? Die letzte verbliebene Volkspartei – wenn man diesen Ausdruck überhaupt noch verwenden will – macht sich selbst ja gerade dermaßen und unfassbar klein! Nicht nur, dass die Union für das Amt des Bundespräsidenten erst gar keinen Kandidaten oder Kandidatin aufbietet, jetzt will Angela Merkel auch noch mal als Bundeskanzlerin ran. Oder vielmehr muss. Denn realistisch gesehen ist ja in der CDU weit und breit keiner in Sicht, der Kanzler/in geben könnte. Angefangen mit dem Hessen Roland Koch hat Merkel alle ernstzunehmenden Konkurrenten über die Jahre abgeräumt. Weiterlesen

Ich will nicht nach Berlin

Während es das hippe junge Volk scharenweise in die Bundeshauptstadt zieht, entzieht sich die Frankfurterin Janine Wissler dem Berlin-Hype: Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag will nicht in den Bundestag wechseln. Das hat sie am Wochenende auf deren Parteitag verkündet. Für die glänzende Rednerin mit ungewohnt hölzernen Worten: Wenn die Partei das wolle, werde sie bei der Landtagswahl in zwei Jahren wieder als Spitzenkandidatin antreten. Und ob die Partei das wollte – oder vielmehr wollen musste: Ohne Wissler, das darf man ohne Weiteres sagen, stünden die Chancen der Linken, 2018 erneut in den Landtag einzuziehen, um einiges schlechter. Weiterlesen

Daddel-Verbot

Bevor der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) zum Jahresende seinen Arbeitsplatz nach 22 Jahren zugunsten des Ruhestands aufgibt, hat Volker Fasbender noch mal so richtig einen rausgehauen. Mittels einer 15-Punkte-Agenda will er nämlich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Hessen verringern. Das ist ja zweifelsohne löblich, manche seiner Ansätze sind auch durchaus richtig: Weiterlesen

Wie im Film, oder nicht?

Beim Blick auf den US-Präsidentschaftswahlkampf bekomme ich so seltsame Ideen. Angesichts gemeinsamer Auftritte von Hillary Clinton und Michelle Obama stelle ich mir die Frage, wie sähe das wohl in Hessen aus? Ist das bedenklich, muss ich etwa schon zum Arzt? Weiterlesen

Liberaler Skikurs

Alle Vorurteile über Lehrer auflisten zu wollen, würde den Rahmen dieser Kolumne definitiv sprengen. Um die Einleitung für das folgende Anekdötchen aus der hessischen Landespolitik zu schaffen, seien jedoch zwei Klischees genannt, die zur Einordnung des weiteren Geschehens helfen. Lehrer, so die weit verbreitete Mär, hätten morgens Recht und nachmittags frei. Und Ex-Kanzler Gerhard Schröder gab in der ihm eigenen hemdsärmligen Art noch als niedersächsischer Ministerpräsident zum Besten, Lehrer seien doch alles „faule Säcke“.

Irgendwie war man daran erinnert, als die FDP-Landtagsfraktion in Person ihres schulpolitischen Sprechers Wolfgang Greilich im Juni einen Gesetzentwurf vorlegte, nach dem Lehrer ihre Fortbildungsmaßnahmen doch bitte schön in den Nachmittag, auf die Wochenenden oder in die Ferien zu legen hätten. Sonst fiele zu viel Unterricht aus. Weiterlesen

Historischer Doktor

Die Landesregierung hat jetzt ein „wissenschaftspolitisch historisches Ereignis“ gefeiert, „das in Hessen und bundesweit ein Zeichen setzt“. Sagt der zuständige Minister Boris Rhein. Oha, das klingt ja mindestens nach einem Nobelpreis für einen hessischen Forscher. Nun, dermaßen spektakulär ist das Ereignis dann doch nicht, aber für die Hochschule Fulda gewiss ein sehr „wichtiger Schritt“ wie Wissenschaftsminister Rhein staatstragend verkündet oder gar ein „wichtiger Meilenstein“, so der Präsident Prof. Dr. Karim Khakzar. Weiterlesen

Witz und Politik

Ist doch kaum zu glauben, was Forscher so alles erforschen! Jetzt hat der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler für die Otto-Brenner-Stiftung in Frankfurt eine 100-seitige Studie mit dem Titel „Quatsch oder Aufklärung? Witz und Politik in ,heute-show und Co.“ verfasst. Kein Quatsch. „Verblüffend“ viel Politik hat er in den drei untersuchten Sendungen „heute-show“, Die Anstalt“ und „extra 3“ entdeckt. In der „heute-show“ hat er sogar für den Untersuchungszeitraum erstes Halbjahr 2016 exakt nachgezählt, welcher Politiker wie oft auf die Schippe genommen wurde. Weiterlesen

Wenn einer keine Reise tut…

Hessens Minister reisen momentan, als gäb’s kein Morgen: Ministerpräsident Volker Bouffier ist durch Chile und Peru getourt, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat den Iran bereist, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann war mit dem Rechtspolitischen Ausschuss des Landtags in Estland, und sogar der Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, ist nach China geflogen, um nachzuschauen, ob dort ein Sack Reis umgefallen ist. Pardon, Kalauer. Der Anlass war natürlich ein wichtiger: Er hat die „Beijing Media Art Biennale 2016“ auf der „Beijing Design Week“ in Peking eröffnet. Nur diejenige Ministerin, die das Reisen quasi schon im Titel trägt, die darf nicht reisen: Europaministerin Lucia Puttrich. Besser gesagt, sie will nicht reisen. Weiterlesen

Giessen? Giessen!

Die „ZEIT“ gibt quasi den Takt vor: „Gießen! Gießen! Gießen! (Wo genau war das noch mal?)“, dröhnt die Wochenzeitung aus Hamburg im Kurznachrichtendienst Twitter und bewirbt so einen bemerkenswerten Artikel in ihrem Blatt.

Gut, den Hanseaten mag man nachsehen, wenn sie nachfragen müssen, wo Gießen genau liegt, für alle anderen aber, die es auch nicht so recht wissen, hier trotzdem eine grobe Verortung: Zwischen den ungleich bekannteren Ortschaften Heuchelheim und Lich. Aus erstgenannter Gemeinde stammt Til Schweiger, in zweitgenannter Stadt wird das Licher Bier gebraut, das ja bekanntlich „aus dem Herzen der Natur“ kommt. Weiterlesen