Überblendet

Eigentlich müsste man ja glauben, die Landesregierung sollte vor Freude strahlen, wenn Hessen im hellen Lichte funkelt. Hat sich das Land unter der inzwischen gefühlt ewigen CDU-Führung doch stets mit Superlativen wie Bildungsland Nummer 1, Sicherheitsland Nummer 1 oder Familienland Nummer 1 geschmückt und damit im Ländervergleich glänzen wollen. Bestenfalls mit bangem Blick nach Bayern, wer da heller leuchtet. Lautet dort das Erfolgsmotto „Laptop und Lederhose“, wäre das hierzulande wohl „Bytes und Bembel“. Aber nein!→ weiterlesen

Moderater Moderator gesucht

Haben Sie das vergangene Woche gelesen von dem Christian Lindner, dem schönsten in Schwarz-Weiß inszenierten Mann seit den Glanzzeiten von Herb Ritts? „Wir möchten gerne in Hessen und in Bayern, wenn es geht, 2018 mitregieren“, sprach der FDP-Bundesvorsitzende. Ich weiß noch gar nicht, wie ich das deuten soll: eine Hoffnung, eine Vision, eine Drohung? Es könnte ja ein genauso spontaner Abgang der FDP-Koalition wie in Berlin drohen, wenn es den liberalen Verhandlungsführern ganz plötzlich (oder von vornherein kalkuliert) nicht passt, was so bislang sondiert wurde.→ weiterlesen

Was für’n Weihnachtsbaum?

So, Endspurt, liebe Leser! Am Sonntag ist Heilig Abend! Haben Sie alle Geschenke zusammen, ist der Weihnachtsbaum aufgestellt? Wenn letzteres noch nicht geschehen ist, darf ich hier vorsorglich auf die Warnung des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen hinweisen, Weihnachtsbäume ohne Gift zu kaufen, auf kurze Transportwege, regionalen Anbau und Ökolabel zu achten. Hm, damit wird die Auswahl anspruchsvoll.→ weiterlesen

Stau? Welcher Stau?

Haben Sie das gelesen am Montag auf unserer Titelseite? „Stauland Hessen“ lautete da die dicke Schlagzeile. Wie bitte? „Stauland Hessen“? Das kann doch gar nicht sein: Hat nicht ein früherer Ministerpräsident vor vielen Jahren ein „Staufreies Hessen 2015“ versprochen? Derselbe Ministerpräsident, der gerade von seinem Nachfolger Volker Bouffier die Wilhelm-Leuschner-Medaille für seine Verdienste um das Bundesland Hessen verliehen bekommen hat?→ weiterlesen

Bundesmist

Schon irgendwie Mist, so ohne eine richtige Regierung im Bund, oder? Wieso, werden Sie jetzt fragen, wir werden doch weiterhin regiert – und zwar von einer geschäftsführenden Regierung, angeführt von Kanzlerin Angela Merkel?
Ja, stimmt schon, aber wie gut das funktioniert, sehen Sie ja an diesem durchgeknallten Agrarminister Christian Schmidt von der CSU, der einfach mal so „für sich“ entschieden hat, in Brüssel einer weiteren fünfjährigen Zulassung des mutmaßlich krebserregenden Unkrautgifts Glyphosat seine alles entscheidende Stimme zu geben. Obwohl die SPD-Minister im Kabinett dagegen sind und die Geschäftsordnung der geschäftsführenden Bundesregierung für solche Fälle eine Enthaltung bei der Abstimmung in EU-Gremien vorsieht. Vermittelt eher den Eindruck von Auflösungserscheinungen: Jeder macht noch schnell was „für sich“ – oder für den ihm nahe stehenden Lobbyverband.→ weiterlesen

Hat nicht sollen sein

Beim Blick auf das neugewählte Führungsduo der hessischen Grünen hatte ich am Samstag für einen klitzekleinen Moment geglaubt, bei der Grünen Jugend gelandet zu sein: Zwei strahlende junge Gesichter an der Spitze des Landesverbands, wo zuvor ein (alters-)gemischtes Doppel auf dem Platz stand. Aber nein, war schon alles richtig. Neben dem im Amt bestätigten Kai Klose wählten die Mitglieder Angela Dorn zur neuen Co-Vorsitzenden. Die 35-Jährige löst damit Daniela Wagner ab, die mit ihren 60 Jahren zuvor eher die „Best Ager“ repräsentiert hat.→ weiterlesen

Jamaika ohne Hessen-Grüne

Gestern Abend suchten CDU, FDP und Grüne in Berlin wieder den richtigen Kurs gen Jamaika. Leicht wird das nicht, wie sich jeder Normalsterbliche ohnehin von ganz alleine denken kann, was zahlreiche Politiker aus den Reihen von Schwarz, Gelb und Grün aber auch bedeutungshubernd immer wieder gefragt oder ungefragt zum Besten geben. Aber es gibt ja Erfahrungswerte auf der Suche nach der Insel der glückseligmachenden Regierungskoalition.→ weiterlesen

Bürgermeister in den Miesen

Häufig lautet ja im Falle eines gescheiterten Politikers eine mögliche Einschätzung, er sei über etwas gestolpert. Im Falle von Patrick Burghardt muss es wohl heißen, er ist in etwas hineingefallen – und dann davon verschlungen worden: in das Millionenloch in der Bilanz des Hessentags in Rüsselsheim nämlich. Zwar hatte CDU-Oberbürgermeister Burghardt nach dem Ende des Landesfests im Sommer noch „zehn großartige Tage“ bejubelt und ein „neues Wir-Gefühl“ in der Stadt ausgemacht, aber dann folgte das unvermeidliche dicke Minus für die Stadtkasse: Vermutlich 2,7 Millionen Euro, die genaue Abrechnung steht noch aus. Weil das Zahlenwerk vor der OB-Wahl am 24. September nicht hatte präsentiert werden sollen, mutmaßte manch einer in Rüsselsheim, denn in der zuständigen Staatskanzlei in Wiesbaden residieren Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Statthalter Axel Wintermeyer. Beides Christdemokraten, die ihrem Parteifreund sicherlich ein noch höheres Minus vor der Abstimmung ersparen wollten, so der Verdacht.→ weiterlesen

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