Diese Überschrift ließ mich dann doch stutzen: „Affen als Ärzte“. Gelesen jüngst in der F.A.Z., wunderte ich mich zunächst, ob jetzt neben Tele-Doc, Arzt-Avatar und Physician Assistant eine weitere Alternative für den schon bestehenden und künftig noch heftiger drohenden Arztmangel gefunden sein sollte.
Nein, das natürlich nicht – aber ein bisschen doch auch: Es ging um einen Artikel aus Scientific Reports, in dem Forscher der Universität Exeter darüber berichten, wie Menschenaffen bewusst Pflanzen fressen, die antimikrobiell, entzündungshemmend und wundheilend wirken. Nicht zufällig, sondern therapeutisch, zum Beispiel gegen Verletzungen oder Parasitenbefall. Beobachtet vor allem bei Orang-Utans.
Auf Malaiisch bedeutet dies übrigens „Mensch des Waldes“, da darf man schon eine gewisse Kompetenz voraussetzen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an den US-Dokumentarfilm „Planet der Affen“ – oder war das ein Science-Fiction-Streifen? Na egal, Hauptsache Hollywood –, in dem Schimpansin Dr. Zira sich als Ärztin des dort gestrandeten Menschleins annimmt.
Interessant wäre ja nun, zu überlegen, worin vornehmlich die Kompetenzen der Mediziner aus den Reihen der Primaten stammen könnten. Koloskopie, Auflichtmikroskop und MRT dürften wohl eher nicht zum Einsatz kommen, wohl aber Phytotherapie und Haptik, Letztere ja eh gerne als Goldstandard definiert. Klar dürfte dagegen deren Meinung zu Globuli sein: affig.
Erschienen in der Ärzte Zeitung vom 9. Juli 2026