Kaum war der Putin zu Gast in Deutschland, da ist am Samstag der gesamte Internetauftritt von Landesregierung und Landtag zusammengebrochen. Was das jetzt miteinander zu tun hat, fragen Sie? Liebe Leser, das ist doch völlig klar! Zur Entourage, mit der der russische Präsident zum G20-Gipfel nach Hamburg anreiste, gehörten doch garantiert Hacker, Blogger, Browser und wie diese dubiosen Internetgauner alle heißen. Erst haben die den Trump in den USA an die Macht geshitstormt, und jetzt schielen sie auf die Bundestagswahl im September. Der Verfassungsschutz hat doch gerade erst vor einer „möglichen Beeinflussung der Bundestagswahl durch gezielte russische Cyber-Attacken auf deutsche Parteien und Politiker“ gewarnt. So, und ein Jahr später ist Wahl in Hessen – was meinen Sie wohl, was der Putin da vorhat? Na, bestimmt nicht Ministerpräsident Volker Bouffier unterstützen, der will doch die Linken vorne sehen. Eine Regierungschefin Janine Wissler, das wäre nach Putins Geschmack. Hat doch in Thüringen mit dem Ramelow auch schon geklappt …
Also, die Landesregierungsrechner hat der Russe nun also schon gehackt, da ist doch der Rest ein Kinderspiel! Denken Sie nächstes Jahr an meine Worte, liebe Leser!
Was Putin wohl mit Blick auf die brennenden Straßen in Hamburg gedacht hat? „Welcome to Hell“ im sibirischen Arbeitslager hätte es für die Randalierer in Russland vermutlich geheißen.
Kommen wir jetzt aber mal zu einem Krawallbruder erster Klasse, der in Hessen sein Unwesen treibt. Er marodiert, verwüstet, zerstört, vernichtet. Er gehört zwar nicht zum „Schwarzen Block“, trägt aber eine schwarze Gesichtsmaske. Nein, ich rede nicht von Zorro, sondern vom Waschbären.
Die Landespolitik hat die Gefahr des Waschbär-Extremismus durchaus erkannt, ist sich aber über das Vorgehen nicht einig. „Es ginge hier nicht um „ein paar umgeschmissene Mülltonnen“, warnt der „jagdpolitische Sprecher“ der SPD-Landtagsfraktion, Heinz Lotz. Der Landesjagdverband Hessen beschreibt die Verbrechen des Vandalen in seinem gesamten Schrecken: Während der Sommermonate seien die Gelege von Rebhühnern, Kiebitzen und Birkhühnern, aber auch Säugetiere wie Hasen, Kaninchen und Feldhamster dem Waschbär „hilflos ausgeliefert“. Aber auch Kröten und die Sumpfschildkröte litten unter dem Räuber. Und die Menschen hätten ebenfalls zu leiden: „Die flinken Tiere reißen mit ihren geschickten Vorderpfoten Dämmmaterial aus dem Dach und benutzen den Speicher als stinkende Toilette.“
Igitt, Wildpinkler! Jetzt reicht es aber wirklich …
Der FDP-Oberjäger Jürgen Lenders will deshalb – wie die SPD – den Waschbär zum Abschuss freigeben: „Unter Wahrung des Elternschutzes wollen wir eine Regelung, die es erlaubt, Waschbären mit Ausnahme von Muttertieren ganzjährig zu jagen.“
Die regierenden CDU und Grüne haben jedoch eine generelle Schonzeit für Waschbären vom 1. März bis 31. Juli verordnet. Dabei habe doch die Europäische Union den (einst aus Nordamerika importierten) Waschbären auf die Liste der unerwünschten Spezies gesetzt, grollt SPD-Mann Lotz – „und das war keine Jux-Aktion der EU“!
Und nun? Da ist erst einmal keine Lösung in Sicht, denn die Landespolitiker sind auf ihren berüchtigten Sommerreisen unterwegs. Gute Idee eigentlich – Barkewitz am Mittwoch verabschiedet sich auch mal in die Sommerpause!
Erschienen Frankfurter Neue Presse vom 12. Juli 2017