Zum Jahreswechsel haben sie sich beide noch mal zu Wort gemeldet, der Ministerpräsident und der Oppositionsführer. Was Regierungschef Volker Bouffier seine schicke „Neujahrsansprache“ ist, reicht beim SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel nur zu einem schnöden „Jahresrückblick“. Ja, Staatskanzlei oder Oppositionsbank ist eben in jeder Hinsicht ein Unterschied …→ weiterlesen
Der linke Grinch
So, heute Abend ist es wieder soweit: Die Geschenke sind ausgepackt, manche Augen leuchten vor Freude, manche Gesichter sind eingefroren, weil das Präsent nicht gefällt. Dagegen kann natürlich keiner was tun, sollte es aber kaputt geliefert worden sein, kann vielleicht der „Online-Schlichter“ helfen. Ein „Erfolgsmodell“, meint Verbraucherschutzministerin Priska Hinz, „damit Verbraucher bei Streitigkeiten einen kompetenten Ansprechpartner haben“. An diese neutrale Schlichtungsstelle können sich Verbraucher wenden, wenn es zum Streit mit Unternehmen kommt – sofern der Vertrag online abgeschlossen wurde.→ weiterlesen
Supermodels in nackig
Also, der NABU Hessen hat ja wirklich Sorgen. „Bäume sind keine Supermodels“, warnt Mark Harthun, Naturschutzreferent der hiesigen Abteilung des Naturschutzbundes beim Blick auf den Hessischen Staatswald. So weit kann ich das ja noch nachvollziehen, wäre mir beim genaueren Hinschauen wohl auch aufgefallen. Der Wald sei insgesamt „zu jung, zu dünn und zu nackig“. Und besteht ja bekanntlich nicht aus Supermodels. Wissen Sie was? Gegen ein junges, dünnes, nackiges Supermodel hätte ich gar nichts einzuwenden…→ weiterlesen
Ach, sind wir liberal!
Salve, nuqneH und Gude allerseits! Willkommen zu meiner heutigen Kolumne, von der ich hoffe, dass es CDU-Generalsekretär Peter Tauber auch egal ist, ob sie in Lateinisch, Klingonisch oder Hessisch abgefasst ist. Sie erinnern sich? Mit derart liberalem Geist hatte der Christdemokrat den CSU-Vorschlag abgekanzelt, Ausländer sollten zu Hause doch bitteschön auch Deutsch reden.→ weiterlesen
Oh, Tannenbaum!
Na, ist Ihnen schon weihnachtlich zumute? Ist ja nicht so, dass die Landespolitik sich nicht auch mit diesem Thema beschäftigt. Im Landtag zu Wiesbaden steht bereits seit Montag vergangener Woche ein Weihnachtsbaum. Gespendet vom Hessischen Waldbesitzerverband. Aus „nachhaltiger und naturnaher Waldwirtschaft“, wie uns die Landtagsverwaltung ausdrücklich mitteilt. Das war das Bäumchen des Vorjahres, so glaube ich, auch schon, aber jetzt – mit den Grünen in der Regierung – ist das natürlich umso wichtiger. Eine fünf Meter hohe Nordmanntanne steht nun also in der Eingangshalle des Plenargebäudes. Dies sei der Vollständigkeit halber dazugesagt.→ weiterlesen
Vier Burgen, drei Bordelle
Um Hessen ist es wirklich schlimm bestellt. Jetzt wollen schon ganze Kommunen abhauen. Neckarsteinach, im alleräußersten Süden des Landes, will komplett „rübermachen“ nach Baden-Württemberg. So ne Art Republikflucht.
3800 Einwohner würde Hessen damit verlieren, vier Burgen und drei Bordelle. Das allgemein gebräuchliche Synonym für Neckarsteinach lautet aber die „Vierburgenstadt“ und nicht „Drei-Puff-Stadt“.→ weiterlesen
Die Bembel-Retter
Wenn man jahrelang in der Hessen-Redaktion arbeitet, glaubt man ja wirklich irgendwann, Rhein und Main seien die wichtigsten Flüsse der Welt. Da tut es ganz gut, mal den Horizont zu erweitern. Also war ich am Nil. Nur zur Kenntnis, falls Sie mich vorige Woche an dieser Stelle vermisst haben sollten.
Und was soll ich sagen, ist schon alles irgendwie – na ja, anders und größer. Der Nil ist fast vier Mal so lang wie Rhein und Main zusammen. Zieht man mit dem Ausflugsboot auf dem Rhein entlang, gleitet man an Burgen und Weinbergen vorbei. Am Nil sind es Sandberge und Palmen, Palmen und Sandberge, Sandberge und Palmen. Was das Biebricher Schloss am hiesigen Ufer ist, ist dort der Tempel von Kom Ombo. Dort liegen mumifizierte Krokodile, im Schlosspark fliegen quicklebendige Papageien.→ weiterlesen
Der betroffene Herr Irmer
Er ist sehr betroffen, der Herr Irmer. Und zwar über „die Diskussionen um meine Äußerungen im Zusammenhang mit dem Thema Homosexualität“, wie der CDU-Rechtsaußen am Montag verlautbaren ließ.
Erinnern Sie sich? Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er vor zwei Wochen zur Forderung des Grünen-Vorsitzenden Kai Klose, Homosexualität im Schulunterricht mehr zu thematisieren: „Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt.“ SPD, FDP und Linke im Landtag hatten sich dann zum wiederholten Male heftig über Irmer empört, der sich damit zum wiederholten Male abfällig über Homosexuelle geäußert hatte.→ weiterlesen
Herbst is in the Air
Wir haben schon seit vier Wochen offiziell Herbst, was nun speziell am vergangenen Sonntag nicht unbedingt so zu erkennen war. Aber jetzt soll es ja jeden Tag kälter werden, sprich so richtig herbstlich. Da trifft es sich doch prima, dass Flughafenbetreiber Fraport am kommenden Sonntag zum „Airlebnis Herbstgenuss“ einlädt und eine „Reise der Sinne“ verspricht. Anderswohin als ins Reich der Sinne lässt sich wegen der Pilotenstreikes wohl ohnehin nicht reisen, zumindest nicht vom Flughafen aus.
Sehr sinnlich – im Sinne des Sprachgefühls – ist natürlich auch das Fantasiewort „Airlebnis“. Für die Nicht-Anglophonen: Eine Zusammensetzung von Airport (Flughafen) und Erlebnis . Konsequenterweise hätten die Werbetexter dann auch gleich noch vom „Hairbstgenuss“ fabulieren sollen. Wäre aber ’ne haarige Angelegenheit.→ weiterlesen
Im Schmerz geboren
Haben Sie den Tatort des Hessischen Rundfunks am Sonntagabend gesehen? Großartig! Haben Sie auch das aufgeregte Gebrabbel in Sachen Eigenlob auf allen HR-Hörfunkwellen den ganzen Montag über gehört? Nervig! Was sagen die Berufs- und Hobbyschwätzer auf Facebook, Twitter etc.? Und was sagt der Literaturwissenschaftler, den der HR extra zum Sehen und Bewerten seiner Produktion angeheuert hat? Gähn!
Was aber nichts daran ändert, dass „Im Schmerz geboren“ mit Kommissar Felix Murot schlicht genial war. Allein die Szene, wie der großartig gespielte Bösewicht auf dem Hof von „Bosco’s Garage“ aus dem Taxi steigt und unfassbar cool allein vor seinem Widersacher und dessen Haufen vierschrötiger Verbrechertypen steht – und dieses Licht dazu! Wie schafft man es bloß, das biedere Wiesbaden in ein solches Licht zu tauchen, das einen sofort in finstere Wüstenkäffer versetzt, wie sie sonst die Kultregisseure Robert Rodriguez oder David Lynch in „Wild at Heart“ in der Hitze des amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiets entstehen lassen?→ weiterlesen