Ach, sie sind einfach glücklich, die Hessen! Zumindest besagt das der vorige Woche veröffentlichte „Glücksatlas“. Darin finden sich die Hessen auf Platz 6 wieder. Die CDU-Landesregierungen rufen Hessen zwar bekanntlich seit Jahren immer wieder zu irgendeinem Sowiesoland Nummer 1 aus – statistisch wurde das allerdings nie belegt –, aber Rang 6 in Sachen Glücklichsein ist doch auch nicht schlecht. Immerhin von 19 untersuchten Regionen in Deutschland.Aber was ist das? Im Vorjahr rangierte das Land noch auf Platz 5! Ein Abstieg? Liegt’s etwa an Schwarz-Grün? → weiterlesen
Vorleser und Hinhörer
Heute soll es hier mal um das Lesen gehen. Das Lesen von Büchern (ich zum Beispiel habe eines gelesen, aber dazu später mehr), das Vorlesen und auch ums Nichtlesen. Des Nichtlesens bezichtigt beispielsweise CDU-Generalsekretär Manfred Pentz den SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel: „Es reicht nicht aus, wenn Herr Schäfer-Gümbel mit dem Handelsblatt unter dem Arm durch den Landtag läuft, er muss es auch lesen!“, wetterte Pentz auf dem CDU-Parteitag in Hanau.→ weiterlesen
Die Stirn bieten
Auch fünf Tage nach den Anschlägen von Paris bleibt mir das Lachen immer noch im Halse stecken. Angesichts der schrecklichen Bilder hier über Lächerlichkeiten und Lappalien aus dem Landtag zu spötteln, habe ich aktuell nicht die geringste Lust. Zu nichtig alles angesichts des Entsetzens, das die französische Hauptstadt heimgesucht hat. Voll schreiben werde ich diese Kolumne dennoch. Weitermachen, „die Stirn bieten, nicht zurückweichen“, wie es der FDP-Landesvorsitzende Stefan Ruppert ausdrückte, der am Samstagmorgen die schwere Aufgabe hatte, unter dem Terrorschock von Paris einen Landesparteitag in Oberursel eröffnen zu müssen.→ weiterlesen
Einer im Aus, einer im Spiel
Die ganze Welt, nein eigentlich nur die Fußball-Welt, na gut, also doch die ganze Welt schaut derzeit auf Frankfurt. Sitz des Deutschen Fußball-Bundes und seines Präsidenten Wolfgang Niersbach, der vor kurzem noch für höchste Ämter im europäischen Fußballverband UEFA oder gar gleich ganz oben in der FIFA als Blatter-Nachfolger gehandelt wurde. Schluss. Aus. Abpfiff. Nach einer zweifelhaften 6,7-Millionen-Euro-Zahlung, einer völlig vermurksten Pressekonferenz des DFB-Chefs dazu, der Razzia in der Frankfurter DFB-Zentrale und Niersbachs Privathaus in Dreieich und dem Auftauchen ominöser Papiere hat sich Niersbach nun selbst aus dem Spiel genommen. Rücktritt, die große Was-lief-da-bei-der-WM-2006-Frage überforderte den früheren Sportjournalisten.→ weiterlesen
Luther und die Kürbisse
Wir schreiben heute zwar schon den 4. November, ich muss aber an dieser Stelle unbedingt noch einmal auf den 31. Oktober zurückkommen. Der vergangene Samstag war nämlich ein denkwürdiger Tag. Oder wäre vielmehr ein denkwürdiger Tag gewesen, wenn nicht der allgegenwärtige Kommerz die eigentliche Denkwürdigkeit des 31. Oktobers verdrängt hätte. So sieht es nämlich Holger Bellino, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion.→ weiterlesen
Unfug mit dem Fugu
Eine alarmierende Mitteilung! „Fraport betreibt Greenwashing“, heißt es vorwurfsvoll aus der Landtagsfraktion der Linken. Jetzt betreibt der Flughafenbetreiber ja bekanntlich so einiges, aber „Greenwashing“? Ach, immer dieses fürchterliche Denglisch! Wäscht Fraport den Grünen mal ordentlich den Kopf, weil deren Verkehrsminister Tarek Al-Wazir nicht zum ersten Spatenstich für das Terminal 3 am Flughafen gekommen ist und dessen Staatssekretär Mathias Samson zwar gekommen ist, dann aber keinen Spaten anfassen wollte?→ weiterlesen
Milch, Schnaps und Eier
Na, das muss ja am Sonntag ein Spektakel gewesen sein, dieser „Airlebnis“-Tag am Frankfurter Flughafen. Das „Flair der schillernden Wüstenstadt Las Vegas“, sollten die Besucher „hautnah“ erleben, versprach Flughafenbetreiber Fraport. Ich war selbst leider verhindert, deshalb muss ich Ihnen die Schilderung schuldig bleiben wie sich „die Wüstenmetropole Las Vegas“ so ganz hautnah in Frankfurt anfühlt. Wären es die „Weltklasse-Doubles“ von Frank Sinatra, Elvis Presley, Tina Turner und Marilyn Monroe gewesen, die einen begrapscht hätten? Das Bad in Geldscheinen, nach dem Wahnsinnsgewinn an „eigens aufgestellten Spieltischen“, an denen bei Black-Jack, Roulette und Würfelspielen „echtes Casino-Feeling“ aufkommen sollte?→ weiterlesen
Meine wilde (Hessen-) Welt
„Meine wilde Welt“ sangen einst „Die Ärzte“ und dachten dabei offensichtlich ganz global. Mit den bescheideneren Ansprüchen einer Landespolitikerin will nun Umweltministerin Priska Hinz ein „Wildes Hessen“. Was mag das sein? Noch mehr Zoff im Parlament?
Nein, es geht dabei mehr so um Wildwuchs.→ weiterlesen
Überall Grenzen
So, jetzt machen also alle die Grenzen zu. Ungarn die ihrige zu Serbien, Österreich zu Ungarn, Dänemark zu Deutschland und Deutschland schließlich zu Österreich. Wobei der teils empörte, teils erleichterte Ausruf „Die Grenzen sind dicht“ ja nur teilweise stimmt. Mal sind es nur Züge, die nicht mehr länderüberschreitend passieren dürfen, Ungarn geht mit einem vier Meter hohen Stacheldrahtzaun tatsächlich in die Vollblockade, zwischen Bayern und Österreich werden lediglich Grenzkontrollen durchgeführt. Innenminister Peter Beuth findet das gut:→ weiterlesen
Jung, CDU und Arzt
Das Schuljahr hat zwar gerade erst begonnen, doch die Junge Union in Hessen macht sich jetzt schon Gedanken über das, was nach der Schule kommen könnte. Nämlich ein Medizinstudium, möglicherweise. Das muss ich jetzt mal in aller Vorsicht sagen, denn bekanntlich ist solch ein Studienplatz in etwa so schwer zu erreichen wie ein zeitnaher Termin beim Facharzt. Wobei zweite Variante ja laut Arztverbänden und ähnlichen Institutionen besser geworden sein soll.
Anders die Chance, einen Studienplatz für Medizin zu bekommen: 1,0 – so steht sie eisern als Auswahlgrenze in den Statuten der sogenannten Stiftung für Hochschulzulassung, die Abinote.→ weiterlesen