Schuh-Pfand

Der hat ja wohl echt ne Macke, der Mack! Da reist der junge Landtagsabgeordnete von den Grünen zum großen Sportartikelhersteller, der nach der griechischen Siegesgöttin benannt ist, und kommt zurück mit einem Vorschlag, der, ja der einen wirklich zunächst tief durchatmen lässt, um erst mal wieder runterzukommen und nicht sofort loszuschreien. Für Sportschuhe, so schlägt der Herr Mack vor, sollte beim Kauf ein Pfand erhoben werden in Höhe von zehn Euro, um den Schuh nach der Nutzung dem Unternehmen, respektive dem Kreislauf wieder zurückzuführen.

Der Kreislauf, der da kollabieren dürfte, ist wohl derjenige der armen Mitarbeiter, die die ausgelatschten, stinkenden Treter wieder in Empfang nehmen dürfen. Ausgerechnet auch noch Sportschuhe!

Haben uns die Grünen nicht schon genug mit Pfandabgaben gequält? Ist denn das unsägliche Dosenpfand von Macks Parteifreund Trittin nicht schon schlimm genug? Was hat’s gebracht? Nichts, der Verbrauch von Mehrwegflaschen ist trotzdem immer weiter gesunken!

Nichts gebracht – dieses Argument nutzt auch Daniel Mack, allerdings in ganz anderem Zusammenhang. Nichts gebracht also hat seiner Einschätzung nach das Verbot von Pyrotechnik in Fußballstadien, Bengalos etc. würden weiterhin abgebrannt. Deshalb, so der krude Umkehrschluss des sportpolitischen Sprechers, solle man Feuerwerkskörper in eigens gekennzeichneten Bereichen in den Stadien abbrennen dürfen.

Ist ja ne tolle Idee. Als ob jeder Knallkopf, der meint, Knallkörper unbedingt im Fußballstadion abbrennen zu müssen, fortan treu und brav in eine Art Raucherecke für Pyromanen gehen und seine Knaller anzünden würde. Nein, das Zeug darf erst gar nicht ins Stadion hinein, nur dann besteht auch keine Gefahr, dass es Verletzte beim Abfackeln gibt.

Nur jetzt nicht noch weiter Aufregen, sonst werde ich hier noch zum Gernot Hassknecht der FNP…  Wobei der Choleriker aus der ZDF-heute-show sich gerade etwas abgeregt hat und in Frankfurt auf der Theaterbühne steht.

Der Hassknecht der CDU-Fraktion hat übrigens auch wieder zugelangt: Hans-Jürgen Irmer, der regelmäßig Tiraden gegen Ausländer, Muslime, Homosexuelle ablässt, hat jetzt zum Besten gegeben, die bewusste Täuschung Andersgläubiger gehöre zum Wesen des Islam, vor allem wenn es darum ginge, die Ausbreitung des Islam weltweit zu fördern. Deshalb sei auch der türkischen Religionsgemeinschaft Ditib nicht zu trauen, die ein Partner des Landes für bekenntnisorientierten Islam-Unterricht an Hessens Schulen werden will. Ärgerlich nur für Irmer, dass Gutachten im Auftrag des Justizministeriums der Ditib ein positives Zeugnis ausstellen und bescheinigen, eine Religionsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes zu sein.

Zeugnisse haben jüngst auch Hessens Abiturienten bekommen, woraufhin dann im Kultusministerium der Notendurchschnitt des Landesabiturs errechnet und eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr gemeldet wurde. Leider falsch, wie die Behörde am Montag einräumen musste. Nicht das erste Mal, dass es dort mit dem Einmaleins hapert. Vor drei Jahren wurden den Schülern fehlerhafte Rechenaufgaben gestellt.

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, lautet der Erklärungsversuch aus dem Ministerium. Das stimmt, nur wenn es den Schülern passiert, bekommen die eine Sechs.

 

Erschienen Frankfurter Neue Presse vom 08. August 2012

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